StartseiteArchivKulturprogramm 2010Ruine Schenkenberg


Samstag, 18. September 2010, 14.30 Uhr, Thalheim*

Exkursion mit Dr. Jürg Stüssi

Die mit Schweizerdolch bewehrten Gerichtssässen - und die Aufwärterin von Schenkenberg (aus der Zeit um 1560)


Die dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck gehörende Glasscheibe (Inventarnummer GL 588) wird hier mit freundlicher Genehmigung der besitzenden Institution und mit besonderem Dank an Frau Mag. Christina Zenz reproduziert.

"Das Land ist wol beschlossen yn, dann Gott ist selbst der Murer gsin"

So schilderte bereits vor fast einem halben Jahrtausend das Vermahnlied an die Eidgenossenschaft die strategische Lage der Schweiz. Ein fernes Echo klingt darin nach von Julius Caesars Beschreibung des Helvetierlandes zwischen Rhone, Jura, Rhein. Und doch war die Ausbildung der schweizerischen Nordgrenze alles andere als selbstverständlich, im Schenkenberger Tal noch weniger als anderswo. Bereits im 14. Jahrhundert tauchten Berner und Solothurner Truppen auf und zerstörten Auenstein. Wildenstein kam 1415 an Bern, Schenkenberg 1460, aber Ruhe kehrte nicht ein. Zuerst galt es, den Sorgenbesitz zu behaupten, später erhielt das statisch anspruchsvolle Bauwerk in Kasteln repräsentative private Konkurrenz. Am Ende führte ein Börsenzusammenbruch (der Crash von 1720, ein Vorläufer der Crashs von 1825, 1929, 2008) zum Zwangsverkauf von Wildenstein. Daraufhin verlegte der Berner Rat den Sitz des Landvogts von Schenkenberg dorthin, bevor er auch Kasteln kaufte und dort eine weitere Landvogtei einrichtete. Diese wechselvolle Geschichte wird uns auf unserem Ausflug primär beschäftigen. Wenn die Witterung ungnädig ist, wenden wir uns der Ruine allerdings wohl unter einem festen Dach zu…

In Zürich 1954 geboren, wohnt Dr. Jürg Stüssi heute zusammen mit seiner Familie in Windisch. Als gelernter Historiker ist er beruflich als Chef der Eidgenössischen Militärbibliothek tätig. Er ist ein profunder Kenner der hiesigen Geschichte und zudem ein passionierter Erzähler.

Anmeldung für die Führung bitte bis Freitag, 17. September 2010
Tel. 056 443 00 50 oder per Mail an lukoli@bluewin.ch
Dauer der Exkursion (ohne Hin- und Rückreise): ca. 1,5 Stunden
Ausrüstung: Gutes Schuhwerk
Ortswechsel bei ungnädigem Wetter: Wettertelefon 1600/5

*Treffpunkt in Thalheim bei den Schenkenbergerhöfen an der Polenstrasse um 14.15 Uhr
Mitfahrgelegenheit ab Schinznach-Dorf Post um 13.50 Uhr

Führungskosten:
Mitglieder KulturGRUND 10 Franken, Nichtmitglieder 15 Franken, bis 18 Jahre frei


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